Pegasus

Nun soll mich der alte Renner nach Afrika tragen, zu den bunten Vögeln etc...
Ich möchte versuchen dort weiter zu kommen, wo ich vor ca. 45 Jahren einmal umkehren musste. Das war am Rande der Straße zwischen Hammamet und Sfax. Wo genau, weiß ich nicht mehr. Auf jeden Fall ging da nichts mehr. Ich hatte nach meinem Zivildienst die Idee, bis in den Süden Tunesiens, und von dort über Libyen weiter nach Ägypten zu trampen.
Später habe ich noch oft über meine Naivität schmunzeln müssen, denke inzwischen jedoch, dass es damals eher möglich gewesen wäre als heute, wenn es bloß irgendwelche Fahrzeuge auf der ziemlich langen und sehr geraden Straße gegeben hätte.
Zu meinem Glück gab es aber keine, nur ein paar Kamele, die mich fassungslos anstarrten. Nach zwei einsamen und sehr trockenen Tagen am Straßenrand in meinem kleinen Minipack-Zelt tauchte dann endlich ein gelbes und sehr lautes Auto am Horizont auf. Allerdings aus der Richtung, in die ich wollte. Die zwei kopfschüttelnden Franzosen in einer Ente mit zwei Motoren hielten sofort an, als sie mich da stehen sahen. Der Wagen war offenbar weit besser für diese Straßenverhältnisse ausgestattet als ich. Der zusätzlich montierte Heckmotor trieb die Hinterachse an und somit war dieses Gefährt geländegängig.
Mein Anblick muss bei ihnen wohl großes Mitleid erregt haben, so dass sie erst vorbei fuhren, nach 500 Metern aber doch ihr Gefährt zum Anhalten brachten. Die zwei ließen keine Diskussion zu. Wohin ich denn überhaupt unterwegs sei? Nach Ägypten? Trampen?
Ich bekam Wasser zu trinken (meine süße Feldflasche war schon lange leer) und die klare Ansage, dass ich jetzt aber zurück müsse.
Die haben sich bis nach Tunis nicht mehr eingekriegt. Na ja, war bestimmt besser so. Das einzige Foto dieses unsäglichen Trips zeigt mich auf der Zugfahrt zurück nach Perugia. Die Feldflasche hatte ich zwischenzeitlich gegen eine andere ausgetauscht.

In 2010 war ich noch einmal in Tunis, jedoch in beruflicher Mission. Davon habe ich noch zwei Fotos.
Als Wahl-Bonner waren der Ort Sidi Bou (August Macke) und die Thermen der Römer in Karthago für mich Pflicht.
Hier schaut ein kleines Mädchen aus einem Fenster in Sidi Bou.

Und in Karthago konnte ich alte römische Säulen aus Carrara-Marmor anschauen.

Jetzt also auf ein Neues. Das Ticket für die Fähre liegt im Handschuhfach, und dieses Mal bringe ich einen vollen Wassertank mit 80 Litern und einen Kühlschrank mit.


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