Gemeine Grünlinge

Die waren mir bereits bei der Abfahrt in Bonn aufgefallen. Diese Typen trieben sich auch in unserem Garten herum. In der Stunde meiner Abfahrt saßen zwei von den Vertretern auf dem linken Hinterreifen und schmusten. Wurde da bereits die Brut gesät? Talia wusste, dass die stinken, wenn man drauftritt. Allein der Gedanke. Ich mag keine Tiere zerdrücken. Außer natürlich Mücken, und die sogar sehr gerne sehr gerne, weil sie sind:

  1. Motherfuckers
  2. Die größte Strafe Gottes (wofür, das weiß man selbst)
Aber lassen wir mal die Mücken. Ich meine jetzt diese hier mit dem melodischen Namen "Palomena prasina":


Ich habe noch keine dieser Wanzen fotografieren können. Sobald ich eine entdecke, trete ich direkt in Aktion und denke nicht an die Kamera. Diese hier ist noch grün. Später gibt es sie auch in herbstlichem Braun. Très chic.
Die hervorstechenden Eigenschaften dieser Kreatur Gottes (echt jetzt?, siehe Mücke) sind zunächst nicht ersichtlich .
Aber eindeutig sind dies:

  1. Blöde stinkende Überlebenskünstler
  2. Langsame Säcke
Wenn sie mal die Wiki-Regeln lesen würden, dann täten sie auch nur stinken, wenn sie sich bedroht fühlen. Weil sie aber immer Schiss haben und auch blöd sind, stinken sie immer. Dabei ist der Geruch weniger eklig als nervtötend.
Ich erwische sie meistens Morgens, wenn eine von ihnen lichthungrig aus der Nacht an eins der Fenster fliegt. Doch führt Faszination des Lichts nicht immer zum Leben. Der Tod ist schnell zur Stelle. Und gleich ist das Ziel mit Klopapier umschlossen und zerquetschtttt-t. Und man wirft das Knäuel zufrieden in den Papiermüll (auf Sizilien wird getrennt!). So, nun ist's vorbei, mit der Käferkrabbelei. Denkt er. Erst mal eine drehen, und mal so beiläufig da wieder hinschauen, und stellt fest, dass der Sack da fröhlich auf seinem eigenen Schafott tanzt. Zerquetschen mit normaler Muskelkraft bringt gar nichts. Es folgt nun die vollständige und unumkehrbare Atomisierung auf Kiesgrund, wobei sich das Geschöpf post mortem mit Odeur noch rächt.

Es waren möglicherweise jene beiden Ur-Ahnen auf der Höhe ihres Glücks, damals auf dem linken Hinterreifen, die ihre Chance wahrnahmen, durch mich zur Plage des gesamten Kontinents zu werden. Kann zusätzlich sein, dass bei der ersten Michaelisgrotte in den Abruzzen die italienische Verwandtschaft hinzu stieß. Ich stand abends auf einem Platz im Wald und dachte noch: Ach schau her, die gleichen wie bei der Abfahrt. Dann wurden es mehr. Und noch mehr, so dass ich irgendwann die Schiebetür schloss. Das sind nun schon ein paar Wochen her. Indes genieße ich noch heute morgendlich ein- bis zweifaches Jagdglück.

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