Mit dem Herkules nach Noto Marina

Bis heute habe ich einfach nur rumgelungert und gar nichts gemacht, außer vor meiner Bude in der Sonne fletzen, ein paar Hausarbeiten erledigen wie Spülen, Wäsche waschen und Bier trinken. Heute Morgen bekam ich einen plötzlichen Energieschub und bevor der wieder vorbei war, bin ich mit dem Herkules die Küstenstraße bis nach Noto Marina und in das weiter südlich gelegene Naturschutzgebiet von Vendicari gefahren. Natürlich war ich begeistert, also vom Herkules ganz besonders. Ich habe damit sogar zwei Elektrorentner überholt. Kein Witz. Das Rad war ja immer schon toll, aber jetzt jauchzt es regelrecht. Endlich vom Heckträger befreit, hat es elegant die komplizierten sizilianischen Schlaglöcher im präzisen Slalom gemeistert. Morgen putze ich es und Öl bekommt es auch an die wunden Stellen.

In Noto Marina gab es auch mal eine Bahnstation, die ist nun verwaist.



Die Ortschaft muss im Sommer sicherlich viel aushalten, jetzt geht's aber.


Die Hotels sind alle geschlossen.


Die Schlüssel liegen davor.

Nur das Meer ist etwas laut:





Nach ein paar Kilometern fängt das Natur- und Vogelschutzgebiet von Vindicari an. Natur hat's viel, Vögel aber keine. Vielleicht habe ich die aber auch mit meinem Herkules verscheucht, weil sie sich schämen müssen bei so viel Glanz.



Beim Herumwandern durch das Gebiet, das mich etwas an schottische Küsten erinnert hat, bin ich auf Ruinen von Bauwerken gestoßen, die offenbar vor langer Zeit aus dem Kalkfelsen gehauen worden waren. Ich bin noch dabei herauszufinden, was das mal war. Ich vermute Mittelalter, Salzhandel und dann Erdbeben. Auf keinen Fall griechisch oder römisch, viel zu grob behauen und plump, nirgends ein Kultort, Tempelchen oder ähnliches, nur Nutzräume. Vielleicht Normannen.





Auf der Rückfahrt lümmelten diese nutzlosen Gesellen herum. Hier wirft man den Müll ja einfach an den Wegesrand, die Tonnen gleich dazu.






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