In Spanien

Die Überfahrt mit der Fähre nach Marseille sollte 20 Stunden dauern. Dann haben wir aber doch einen ganzen Tag dafür gebraucht. In Frankreich wurde gerade ein Generalstreik gefeiert und so sind wir ab Mitternacht nur mit halber Kraft gefahren, um rechtzeitig zum Streikende anzukommen. Ich hatte eine sehr komfortable Einzelkabine im Heck mit Toilette und Dusche. Die Heizung funktionierte auch gut. In Marseille konnte ich als erster die Fähre verlassen und hatte dann bei der Ausfahrt vom Hafengelände nur einmal meinen Pass vorzuzeigen. Und weil ich Lust dazu hatte, bin ich dann die ganze Nacht bis nach Figueras und weiter nach Barcelona durchgefahren. Auf Landstrassen durch die Camargue, so wie vor vielen Jahren schon einmal. Es fehlten mir nur die gelben Scheinwerfer der entgegenkommenden Autos. Schade. Hinter der Grenze zu Spanien habe ich gefrühstückt und als ich wieder losfahren wollte, habe ich bemerkt, dass der Kühlschrank nicht mehr funktionierte. Egal, dachte ich, schaue ich später mal nach. Es hatte ja noch 10 Grad drin, wird schon passen, wollte also losfahren. Blöd war dann nur, dass der Sprinter nicht mehr hochschaltete. Noch blöder war, dass ich jetzt schon auf der Straße war und auch nirgends anhalten konnte. Da gab es keinen Seitenstreifen oder Einfahrt, nichts. Also bin ich im ersten Gang weiter gezockelt, wollte den Motor ja auch nicht so hoch drehen, mit einer echt langen Schlange Autos hinter mir. Es hat aber keiner gehupt, alle waren brav. So muss es sich auf einem Trecker anfühlen. Dann eine Tankstelle, endlich. Nach Durchsicht der Sicherungsbelegung habe ich festgestellt, dass der Kühlschrank an der gleichen Sicherung wie die Schaltautomatik hängt und durchgebrannt war. Habe sie ersetzt und konnte mit brummendem Kühlschrank und allen Gängen weiterfahren.

Also habe ich Nr. 3 in Barcelona pünktlich am Flughafen abholen können und zusammen sind wir dann rumgefahren, haben andauernd angehalten und Tapas gegessen, Wein getrunken und uns ohne Pause schlapp gelacht. Die Spanier sind ja auch extrem gut drauf und immer guter Laune. Das steckt an.



Hier ist sie.


Wir sind bis Malaga gefahren, wo ich sie nach 8 tollen Tagen wieder am Flughafen abgesetzt habe. Weil ich bei der Einfahrt zum Flughafen zu blöd war, stand ich plötzlich in der Spur zur Tiefgarage mit Höhenbegrenzung. Der Abschied war entsprechend chaotisch und abrupt. Zum Glück konnte mich ein Taxifahrer aus der misslichen Lage vor der Einfahrt befreien, indem er mir eine Geheimschranke öffnete.
Anschließend war ich so deprimiert, dass ich wie ein Zombie kreuz und quer durch Andalusien gefahren bin und jede Nacht woanders stand. Nirgends war es so schön wie mit April und ich musste dauernd an sie denken. Ja.

In Antequera gab es Hügelgräber und schlafende Indianer zu sehen.



Und blühende Mandelbäume

Als ich schließlich an der portugiesischen Grenze angekommen war, ging es mir wieder gut. Der Ort San Lúcar de Guadiana war aber auch zu romantisch, fast mystisch.


Weil das Wetter an der Küste bei Gibraltar aber besser aussah, bin ich schnell wieder dahin. Mit Sicht auf den wichtigen Felsen von Gibraltar habe ich passend zum Brexit eine tolle Party mit Spaniern gefeiert, die plötzlich alle an meinem Stellplatz auftauchten. Sie würden dort jedes Wochenende feiern, sagten sie. Oma, Opa, Enkel, halbe Schweine und jede Mange zu essen hatte sie in ihren Wohnwagen dabei.
Dann tauchten noch deutsche Vanlifer auf, die eine fette riesige Anlage dabei hatten, mit der sie auf Festivals 500 Leut e beschallen können, und dann ging die Post ab. Die ganze Nacht. Leider habe ich keine Fotos davon, war einfach zu viel los und die Spanier hatten Zeugs aus Marokko dabei. Alle waren high, auch die Omas. Die Babys sicher auch, wegen der Muttermilch. Und wenn ich das rauche, kommen eh nur seltsame Bilder dabei raus.
Aber hier war das:



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