Wo war ich stehengeblieben?
Seit meinem letzten Beitrag ist viel Zeit verstrichen. Ich hatte darob zunächst ein schlechtes Gewissen, das mit der Zeit aber ganz verschwunden ist, so dass ich auch diesen Druck nun nicht mehr verspüre, der sich wie eine der vielen vergangenen Verpflichtungen angefühlt hatte. Weil ich hier aber in erster Linie für mich selbst schreiben möchte, zwinge ich mich heute dazu, um mir selbst Rechenschaft über das Erlebte abzugeben. Wer mitlesen will, ist wie immer willkommen. Zudem habe ich heute, am 1. Februar wieder eine neue Ladung High-Speed Internet auf der Karte.
Wo war ich denn zuletzt stehen geblieben? Richtig, in Tabarka, an der Mittelmeerküste Tunesiens. Ich muss aber noch etwas weiter zurück bis nach Douz, einer Stadt an der nördlichen Grenze zur Sahara gehen, meiner Station vor Tabarka. Dort erhielt ich einen Anruf von Tochter Nr. 3, die gerade einen Städtetrip nach Bologna, Porto und Barcelona plante. Weil Barcelona in Reichweite lag, hatten wir schnell den passenden Zeitpunkt abgesprochen. Das Fährticket von Tunis nach Marseille war schnell im Internet gekauft, und sie buchte ihre Flüge entsprechend.
Ich musste ja sowieso irgendwann wieder den Weg nach Norden einschlagen und die Fähren von Tunis waren zu diesem Zeitpunkt außerordentlich günstig.
Mein Weg von Tabarka nach Tunis führte mich entlang der Mittelmeerküste durch Bizerte und Sidi Bou Saïd, alles Städte. in denen ich vor Jahren schon einmal war. Kurz vor Tunis habe ich dann noch einige Tage in Karthago verbracht und mir die punischen und römischen Stätten angesehen, diesmal jedoch etwas ausführlicher als zuvor.
Hier eine Auswahl von fotografischen Eindrücken:
Am Ende der Straße. Ich musste umkehren, weil der neue Stausee hier noch nicht in meiner Navigationssoftware verzeichnet war.
Die Frauen hier waren zum Wasserschöpfen an das Ende der ehemaligen Straße gekommen.
Störche sonnen sich in der Morgensonne.
Meine Fahrt zur Spitze des afrikanischen Kontinents.
Hier ist der nördlichste Punkt Afrikas. Die kleine Spitze, die ich mir zur Erinnerung abgebrochen habe, wird dies hoffentlich nicht ändern.
Auf genau dieser Fähre, die hier schon einmal vorbei kreuzt, sollte ich dann nach Marseille hinübersetzen.
In Sidi Bou Saïd hielt ich vor diesem Haus, um das Navi zu justieren. Als ich an der Fassade hochsah, war ich ziemlich überrascht, denn ich hatte dieses Haus schon einmal in 2010 fotographiert.
Zimmertelefon gab es nicht. Weil es etwas kalt im Zimmer war, habe ich beim Herrn an der Rezeption zwei Etagen tiefer nachgefragt, ob die Klimaanlage auch heizen könne. Kann sie. Dafür brauche man aber eine Fernbedienung. Leider hätten die schrecklichen Klienten aber alle anderen Fernbedienungen bereits entwendet und er könne die letzte verbliebene nicht geben, die müsse an der Rezeption verbleiben. Was aber, wenn es mir des Nachts zu warm würde? Dann solle ich die Balkontür öffnen. Und wenn's zu kalt würde? Dann solle ich die Tür wieder schließen. Dabei sah mich der Freundliche an, wie man wohl einen Idioten anschaut. Egal. Ich wollte dann also erst mal duschen, was ich seit einigen Tagen bereits vorhatte, dazu aber nie genügend Wasser im Tank war.
Man kennt das ja oft bei Hotelduschen, dass man das Warmwasser erst eine Weile laufen lassen muss, bis es endlich warm wird. Nicht so heute Abend. Nach einer Viertelstunde gab ich auf und mit einer kalten Dusche zufrieden. Inzwischen war es im Zimmer ca. 30 Grad warm, also ok. Gut. Dann also runter ins Restaurant und ein Steak bestellt, dazu ein kühles Bier bitte.
Dann plötzlich ein lauter Knall und alles dunkel. Stromausfall.
Schnell waren alle Handylampen an. Kerzen gab es keine. Der freundliche Kellner kam schnell und erklärte, das dies das erste Mal sei, dass es hier einen Stromausfall gäbe, und er könne mir leider kein Steak braten oder wenigstens die Fritten bringen, die ich auch ohne Steak gerne gegessen hätte. Alles elektrisch. Ebenso wie das Kassensystem. Blöd wäre auch, dass die Kühlschränke sich nur elektrisch öffnen ließen. Ans Bier käme er auch nicht und da ginge jetzt erst mal nichts und er zog sich mit einem verlegenen Schulterzucken ins Dunkle zurück, ich mich in mein Zimmer. Das war auch stockfinster und inzwischen völlig ausgekühlt. Im Bett wollte es nicht richtig warm werden und irgendwas kitzelte. Alles war still und die Wellen rauschten hinter dem Sprinter an den Strand. Der Sprinter. Ich ging auf den Balkon hinaus und da stand er ganz alleine im Mondschein und schaute wie ein trauriger Kater Mikesch zu mir hoch. Ich vergaß zu erwähnen, dass er inzwischen auch zu sprechen gelernt hatte. Und also raunte er:
Da habe ich sechs Flaschen Bier im Kühlschrank. Ein halbes Brot im Korb. Ein Stück sizilianischer Käse müsste auch noch irgendwo im unteren Fach sein. Eine meiner Gasflaschen ist noch ganz voll und beide Batterien sowieso. Ich verstand. Still packte ich mitten in der Nacht meine Tasche, verließ das kalt Zimmer, stieg in der Lobby über den schnarchenden Nachtwächter hinweg und entließ mich.
Den Rest der Nacht habe ich in wohliger Wärme bei Wein und den anderen Köstlichkeiten verbracht.
Morgens bin noch kurz in der Lobby vorbei und habe bezahlt, wofür eigentlich. Der Portier war ganz erstaunt, mich von draußen kommen zu sehen, und dann fuhr ich zum Hafen nach La Goulette.
Wo war ich denn zuletzt stehen geblieben? Richtig, in Tabarka, an der Mittelmeerküste Tunesiens. Ich muss aber noch etwas weiter zurück bis nach Douz, einer Stadt an der nördlichen Grenze zur Sahara gehen, meiner Station vor Tabarka. Dort erhielt ich einen Anruf von Tochter Nr. 3, die gerade einen Städtetrip nach Bologna, Porto und Barcelona plante. Weil Barcelona in Reichweite lag, hatten wir schnell den passenden Zeitpunkt abgesprochen. Das Fährticket von Tunis nach Marseille war schnell im Internet gekauft, und sie buchte ihre Flüge entsprechend.
Ich musste ja sowieso irgendwann wieder den Weg nach Norden einschlagen und die Fähren von Tunis waren zu diesem Zeitpunkt außerordentlich günstig.
Mein Weg von Tabarka nach Tunis führte mich entlang der Mittelmeerküste durch Bizerte und Sidi Bou Saïd, alles Städte. in denen ich vor Jahren schon einmal war. Kurz vor Tunis habe ich dann noch einige Tage in Karthago verbracht und mir die punischen und römischen Stätten angesehen, diesmal jedoch etwas ausführlicher als zuvor.
Hier eine Auswahl von fotografischen Eindrücken:
Am Ende der Straße. Ich musste umkehren, weil der neue Stausee hier noch nicht in meiner Navigationssoftware verzeichnet war.
Die Frauen hier waren zum Wasserschöpfen an das Ende der ehemaligen Straße gekommen.
Störche sonnen sich in der Morgensonne.
Meine Fahrt zur Spitze des afrikanischen Kontinents.
Hier ist der nördlichste Punkt Afrikas. Die kleine Spitze, die ich mir zur Erinnerung abgebrochen habe, wird dies hoffentlich nicht ändern.
In Sidi Bou Saïd hielt ich vor diesem Haus, um das Navi zu justieren. Als ich an der Fassade hochsah, war ich ziemlich überrascht, denn ich hatte dieses Haus schon einmal in 2010 fotographiert.
Damals schaute dort noch ein Mädchen raus. Das war heute aber weg.
Weiter zu den historischen Stätten in Karthago, also:
Punischer Kriegshafen der Karthager.
Thermen des Antonius
Römisches Theater
Am römischen Theater musste ich noch mal kurz auf's Klo. Das war lustig.
In der Nacht vor meiner Einschiffung war ich der Ansicht, dass es auch mal ganz gut sein könnte, in einem richtigen Hotel zu übernachten, dort vornehm zu speisen und zu trinken, dann ausgiebig zu duschen und das WLAN auszunutzen.
Dann kam alles anders. Ich bezog das schöne Zimmer mit Aussicht auf das Mittelmeer und den Sprinter.
Zimmertelefon gab es nicht. Weil es etwas kalt im Zimmer war, habe ich beim Herrn an der Rezeption zwei Etagen tiefer nachgefragt, ob die Klimaanlage auch heizen könne. Kann sie. Dafür brauche man aber eine Fernbedienung. Leider hätten die schrecklichen Klienten aber alle anderen Fernbedienungen bereits entwendet und er könne die letzte verbliebene nicht geben, die müsse an der Rezeption verbleiben. Was aber, wenn es mir des Nachts zu warm würde? Dann solle ich die Balkontür öffnen. Und wenn's zu kalt würde? Dann solle ich die Tür wieder schließen. Dabei sah mich der Freundliche an, wie man wohl einen Idioten anschaut. Egal. Ich wollte dann also erst mal duschen, was ich seit einigen Tagen bereits vorhatte, dazu aber nie genügend Wasser im Tank war.
Man kennt das ja oft bei Hotelduschen, dass man das Warmwasser erst eine Weile laufen lassen muss, bis es endlich warm wird. Nicht so heute Abend. Nach einer Viertelstunde gab ich auf und mit einer kalten Dusche zufrieden. Inzwischen war es im Zimmer ca. 30 Grad warm, also ok. Gut. Dann also runter ins Restaurant und ein Steak bestellt, dazu ein kühles Bier bitte.
Dann plötzlich ein lauter Knall und alles dunkel. Stromausfall.
Schnell waren alle Handylampen an. Kerzen gab es keine. Der freundliche Kellner kam schnell und erklärte, das dies das erste Mal sei, dass es hier einen Stromausfall gäbe, und er könne mir leider kein Steak braten oder wenigstens die Fritten bringen, die ich auch ohne Steak gerne gegessen hätte. Alles elektrisch. Ebenso wie das Kassensystem. Blöd wäre auch, dass die Kühlschränke sich nur elektrisch öffnen ließen. Ans Bier käme er auch nicht und da ginge jetzt erst mal nichts und er zog sich mit einem verlegenen Schulterzucken ins Dunkle zurück, ich mich in mein Zimmer. Das war auch stockfinster und inzwischen völlig ausgekühlt. Im Bett wollte es nicht richtig warm werden und irgendwas kitzelte. Alles war still und die Wellen rauschten hinter dem Sprinter an den Strand. Der Sprinter. Ich ging auf den Balkon hinaus und da stand er ganz alleine im Mondschein und schaute wie ein trauriger Kater Mikesch zu mir hoch. Ich vergaß zu erwähnen, dass er inzwischen auch zu sprechen gelernt hatte. Und also raunte er:
Den Rest der Nacht habe ich in wohliger Wärme bei Wein und den anderen Köstlichkeiten verbracht.
Morgens bin noch kurz in der Lobby vorbei und habe bezahlt, wofür eigentlich. Der Portier war ganz erstaunt, mich von draußen kommen zu sehen, und dann fuhr ich zum Hafen nach La Goulette.















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