Reduktion, 3. Schritt

Die letzte Nacht vor dem Haus in Bonn. Es ist ja schon längere fast leer gewesen, bis auf ein paar Sachen, die auf den Sperrmüll mussten. Die Abholung war jetzt am Freitag. Das Zeugs hat über Nacht zwar eine Menge Besucher angezogen, die sich daraus noch ein paar Bilder und eine Matratze gefischt haben, das Meiste wurde aber früh Morgens vom großen orangenen Monster gefressen. Dabei hat es sich etwas an der Eckliege der Gartenmöbel verschluckt, aber die Betreuer haben geholfen, damit dann letztlich doch alles zu Klump gemahlen war. Ich habe nachdenklich zugeschaut und endlich den Kloß im Hals runterschlucken können, der da schon seit Tagen in euphorischer Beklommenheit festsaß. Es war eine tolle Zeit in dem kleinen Haus, mit spektakulären Festen und vielen lachenden Menschen. Eine letzte Runde durch alle nun leeren Räume und durch den absichtlich sich selbst überlassenen und völlig verwilderten Garten, dem Walnussbaum die knorrige Hand geschüttelt und den wüsten Sträuchern übers zerzauste Herbsthaar gestrichen. Vor der stolzen Rose artig verneigt und dem Magnolienbaum noch einmal herzlich für seine Frühlingsbotschaften gedankt. Dann waren da noch eine kleine Birke und ein Ahorn, die jetzt im jugendlichen Alter stehen und ganz gute Chancen haben.

Heute ist mein Besitz auf die beabsichtigte Zielgröße reduziert und ich fahre los Richtung Rheinbach, wo ich mit einer SIM-Karte für meinen Router versorgt werde. Danach weiter in die Eifel, Abschied von einer lieben Freundin, und weiter Richtung Süden den lange bestellten Schafspelz für meinen Rücken abholen, und wieder weiter nach Süden, weitere Abschiede von Familie etc., etc.


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