Fit Senior

In Cebu City wird dieser Tage das Stadtfest Sinulog gefeiert. Dort grüßt man man sich während des Festes mit dem Slogan "Pit Senior". Was das genau bedeutet, hat mir in all den Jahren dort niemand ganz genau erklären können. Hat irgendetwas mit dem kleinen Jesusknaben zu tun, dessen kleine Holzstatue im 16.Jh von Legaspi als Geschenk an die Königin von Cebu dort zurückgelassen wurde und wunderbarerweise zu passender Zeit wieder aus der Asche gezogen wurde und seitdem in der Kathedrale als Stadtpatron angebetet wird.
Da Filipinos sprachlich keinen großen Unterschied zwischen den Konsonanten "P" und "F" machen, wird das auch gelegentlich "Fit Senior" ausgesprochen. Das passt mir heute ganz zutreffend. In Serpa wird jetzt auch ein Stadtfest gefeiert, und das steht unter dem Motto "Fit Senior". Allerdings wohl in einem anderen Sinn gemeint als auf Cebu.


Nachdem ich mich auf dem Stadtfest an dem berühmten Käse der Stadt satt und rund gelabt hatte, bin ich wieder an den wunderschönen Alqueva-Stausee bei Monzaraz zurückgekehrt und stehe jetzt wieder auf meinem alten Platz direkt auf der Landzunge.


Die Sonnenuntergänge sind unanständig kitschig und einem Maler würde man diese Farben wohl nicht abkaufen.

Ein englischer Bauingenieur und ein junges Pärchen aus Köln haben sich dazu gesellt und wir verbringen die Zeit mit Essen und vielen angeregten Unterhaltungen. In der Zwischenzeit liege ich einfach nur in der Sonne oder mache kleine Wanderungen. Morgens wecken mich die Schafe und in der Nacht leuchtet mir ein runder Mond, bis er untergeht:


Der Junge Mann aus Köln hat eine Drohne dabei. Ich habe so etwas noch nie aus der Nähe gesehen und dann kann ich uns auch von oben sehen:

Der Bauingenieur hat ein seltenes Hobby, die Astrofotografie. Der Aufbau des Teleskops und aller elektronischen Hilfsmittel erfordert ziemlich viel Zeit, was am Nachmittag erfolgt, wo es noch genügend Licht gibt.

Sein Hund heißt "King George" und trinkt selbstverständlich nur englischen Tee.

Abends muss der Ingenieur dann viel beten und fluchen, bis schließlich alle Systeme vollkommen abstürzen und zum Schluss doch das optische Okular zum Einsatz kommt.


Vielleicht klappt es ja morgen mit weniger Bier. Immerhin lernen wir alle viel von ihm und haben einen klaren Blick bei kalter Nacht in den Sternenhimmel, wie ich ihn zuletzt ähnlich in der Sahara erlebt habe.

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